Auszug aus dem Bericht zur YAF aus der Mai-Ausgabe des "Lupenreinen Demokraten"
Am 30.04.2011 fand in Chemnitz der erste Part der neu ins Leben gerufenen Reihe Young Action Factory zum Thema erneuerbare Energien statt. Moderiert von der Sprecherin des LAK UwE, Franziska Wende, boten die Referenten Bernhard Herrmann (ehrenamtlicher Geschäftsführer der Bürgersolaranlage Chemnitz GbR), Prof. Lutz (Professur für Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit) und die Referentin Liane Deicke (Sprecherin der SPD-Fraktion für Land- und Forstwirtschaft, Umweltpolitik und Gleichstellung) mit ihren Referaten und der anschließenden Podiumsdiskussion sowohl einen wissenschaftlichen Blick auf die Themen Bürgerkraftwerke und Atomenergie als auch Handlungsvorschläge für die Politik und die Menschen in unserem Land.
Obwohl die Zahl und Verbreitung von Bürgerkraftwerken stetig wächst, kann nur ein Zusammenspiel aus dezentralen Projekten, regenerativer und CO2-neutraler Energieerzeugung sowie internationaler Stromvernetzung, incl. Sanierung der bereits vorhandenen Energienetze der richtige Weg sein. Dabei dürfen wir uns nicht darauf verlassen "beteiligt zu werden, sondern [müssen] selbst aktiv werden, uns selbst zu beteiligen" (B. Herrmann). Vor diesem Hintergrund kann man bei einem Blick auf das völlig veraltete Energiekonzept der schwarz-gelben Koalition in Sachsen nur mit dem Kopf schütteln. Doch angesichts des Festhaltens der sächsischen SPD an Braunkohle, die als stetig im Wert steigendes Kapital besser im Boden bleiben sollte, kann man bereits in den eigenen Reihen Potential zum Umdenken entdecken. Diese Form der Politik, gemünzt auf die Wünsche der Klientel, kann eigentlich nur durch den unvorteilhaften Einfluss der FDP auf Bundesebene erklärt werden, die bereits nach und nach von den Bürgern die Quittung für ihre Politik bekommt. Wir brauchen ein auf die geografischen und topologischen Eigenschaften Deutschlands abgestimmtes und auf die erneuerbaren Energieträger ausgerichtetes Energiekonzept.
Die Atomenergie ist am Ende. Um der "Desinformationspolitik konzernabhängiger Institutionen und Regierungen" (Prof. Lutz) in Bezug auf die Gefahren der Atomenergie entgegenzuwirken und den Bürgern vor Ort in Chemnitz die Augen zu öffnen, wurden wir, die Jusos Sachsen im Anschluss an die Podiumsdiskussion selbst aktiv und veranstalteten auf dem Marktplatz einen "Duck & Cover"-Flashmob (basierend auf: http://www.youtube.com/watch?v=IKqXu-5jw60), der sogar den Straßenmusikanten die geballte Aufmerksamkeit der Chemnitzer Bürger entriss.
Wir bedanken uns bei den Referenten für diesen interessanten Einblick in ihre Arbeit, nehmen jede Menge neue Erkenntnisse mit und sehen bereits gespannt den beiden folgenden Parts der Young Action Factory (28.5.2011/Leipzig: Netzpolitik, 9.7.2011/Dresden: Azubis) entgegen. Bleibt als Fazit aus Chemnitz noch festzuhalten: Die Energiewende hat bereits begonnen, entweder wir fahren mit oder werden überrollt.